Die Auswertung der fiktiven Wahl zeigt:

Auch 50 Jahre später gibt es noch viel zu tun!

50 Jahre Frauenstimmrecht. Ein Grund zum Feiern? Die IG Frauenstimmen wollte es genauer wissen und hat in Wangen und Brüttisellen anlässlich des Jubiläums Urnen aufgestellt. In einer fiktiven Wahl konnten Besucher:innen am 7. Februar ihre Wünsche und Forderungen in die Urne werfen sowie Stimmzettel zum Thema Gleichstellung ausfüllen. Besucht wurden die Urnen von Kindern, Familien bis hin zu Seniorinnen und sogar von Hunden. Wir von der IG Frauenstimmen haben die Stimm- und Wahlzettel des fiktiven Urnengangs ausgewertet.

Die Resultate zeichnen ein ernüchterndes Bild zur Wahrnehmung der Gleichstellung von Frauen und Männern. Insgesamt haben 33 Personen die Stimmzettel ausgefüllt. Davon sagen nur 51% der Personen, die gewählt haben, dass sie sich im Alltag gleichberechtigt fühlen. Lediglich ein Drittel hat angegeben, dass bei ihrem /seinem Job Männer und Frauen gleich viel verdienen und nur ein Fünftel ist der Meinung, dass die Kinderbetreuung heutzutage gut gelöst ist.

 

Positiv zu werten ist hingegen, dass zwei Drittel der Teilnehmenden angeben, dass sie die Balance zwischen Familie und Beruf halten können und dass sie sich beruflich verwirklichen können bzw. konnten.

Erwachsene

Kannst du die Balance zwischen Beruf und Familie halten?

Ja

Nein

etwas anderes

67 %

11 %

22%

Fühlst du dich in deinem Alltag gleichberechtigt?

Ja

Nein

etwas anderes

51 %

28 %

21 %

Konntest/Kannst du deine Berufsträume verwirklichen?

Ja

Nein

etwas anderes

64 %

24 %

12 %

Verdienen in deinem Job Männer und Frauen gleich viel?

Ja

Nein

etwas anderes

36 %

54 %

10 %

Ist für dich die Kinderbetreuung optimal gelöst?

Ja

Nein

etwas anderes

20 %

56 %

24 %

Hast du Interesse für ein politisches Amt?

Ja

Nein

etwas anderes

11 %

71 %

18 %

Kinder

Ist es für dich ok, wenn Jungs mehr Taschengeld bekommen als Mädchen?

Nein

Ja

14 %

86 &

Findest du Mädchen sollten im Haushalt mehr arbeiten als Jungs?

Nein

Ja

0 %

100 %

Magst du Fischstäbchen?

Nein

Ja

14 %

86 %

Findest du, dass es Sportarten gibt, die nur für Mädchen sind?

Nein

Ja

14 %

86 %

Ist es uncool, wenn ein Junge vor anderen weint?

Nein

Ja

14 %

86 %

Auch Kinder konnten am 7. Februar abstimmen. Die Auswertung der Kinderstimmen zeigt, dass die Idee einer Ungleichbehandlung im Kindesalter gar nicht gut ankommt. Denn alle Kinder fanden, dass die Haushaltsarbeit zwischen Mädchen und Jungen fair aufgeteilt werden solle, dass es keine typischen Mädchen- oder Jungssportarten gebe und - mit einer Ausnahme -, dass eine faire Taschengeldverteilung gar nicht zur Debatte stehen sollte.

 

Natürlich sind diese Zahlen mit einem Schmunzeln auf den Lippen zu lesen und zeichnen nur die Meinung der Personen ab, die vor Ort waren und an der fiktiven Wahl teilgenommen haben – und trotzdem decken sie sich stark mit der Einschätzung und den Zielen der IG Frauenstimmen. Denn auch die handschriftlich eingereichten Wünsche (oder teilweise auf dem PC vorbereiteten Statements) fordern genau das, was auch wir sehen. Es braucht:

 

  • Mehr Frauen in der Politik / Gemeinderat (meistgenannte)

  • Mehr Anerkennung von Frauen- bzw. Gesundheitsberufen

  • Mehr Unterstützung für Personen, die in die Politik wollen

  • Gleichberechtigung von Frauen beim Sport, inklusive gleicher Löhne

  • Die Förderung von Genereationenprojekten

  • Mehr und bessere Lösungen für Kinderbetreuung

  • Eine Invidividualbesteuerung

  • Eine Wert- und Klischeefreiere Welt

  • u. v. m

 

Durch die zahlreichen Statements fühlen wir uns bestätigt, dass das Thema Gleichstellung auch 50 Jahre nach Annahme des Frauenstimmrechts noch zu reden gibt. Es gibt offene Themen, die – auch in unserer Gemeinde – adressiert und angegangen werden müssen. Wir freuen uns schon, die entsprechenden Aktivitäten dazu zu organisieren. Erste Wünsche, wie beispielsweise ein Spielplatz und Treffpunkt für alle Alterskategorien in Wangen, wurden im Namen der IG Frauenstimmen im Ideenspeicher von der Gemeinde Wangen-Brüttisellen eingetragen.

 

Unser Ziel, Personen und vor allem Frauen für ein politisches Engagement zu motivieren und sie auf diesem Weg zu unterstützen, sehen wir aufgrund der Auswertung weiterhin als grosse Priorität. Denn nur 11 % aller Teilnehmenden gab an, sich für ein politisches Amt zu interessieren.  Das wollen und werden wir ändern!